Götz von Berlichingen,
Reichsritter aus dem schwäbischem Adel, 1480 zu Jagthausen im Württembergischen auf dem
Stammesschlosse seines Geschlechtes geboren, wuchs am Hof des kaiserlichen Feldhauptmanns
und Marktgrafen Friedrich von Ansbach auf. Seit 1498 in das Kriegsleben eingeführt,
diente er anfangs dem Marktgrafen Friedrich IV von Brandenburg-Anbach, hierauf trat er
im Landhuter Erbfolgekrieg zu Albrechts Partei (Albrecht IV von Bayern). In diesem Kampfe
verlor er bei der Belagerung von Landshut die rechte Hand, sie wurde künstlich durch eine
eiserne ersetzt, die heutzutage noch in Jangsthausen gezeigt wird. Seither führte er dem
Landfrieden zum Trotz zahlreiche Fehden, unter anderem mit Nürnberg, Köln und Kurmainz.
1519 kämpfte er für den Herzog Ulrich von Württemberg gegen den Schwäbischen Bund und
verteidigte Möckmühl. Wahrscheinlich nicht durch Verrat, sondern bei einem Ausfall
gefangen, saß er bis 1522 in Haft in Heilbronn.
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Im großen Bauernkrieg übernahm er 1525 nur gezwungen die Führung der
Aufständigen im Odenwald, um ihre radikale Richtung einzudämmen, entwich indessen, als
der entscheidende Zusammenstoß mit dem Heere des Schwäbischen Bundes bevorstand. Vom
Kammergericht für schuldlos erklärt, wurde er doch 1528 von Dienern des Schwäbischen
Bundes überfallen und, als er seinen Gelöbnis treu sich in Augsburg stellte, dort zwei
Jahre in Haft gehalten, worauf er die nächsten elf Jahre in Art von halber
Gefangenschaft auf Schloss Hornberg zubringen musste. Der Kaiser verwendete ihn nach
seiner Befreiung 1542 im türkischen und 1544 im französischen Feldzuge.
Götz von Berlichingen starb am 23. Juli 1562 auf dem Schloss Hornberg.
Sein Lebensbericht liegt als Quelle dem Drama von Goethe zugrunde.
aus einer Stammeszeitung von 1986
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