Als braven Mann und edlen
Deutschen ließ Goethe Götz von Berlichingen im Jahre 1771 auferstehen. In einer Zeit, in
der die klassischen Helden und Heilige aus der Mode kamen, da dieser scheinbar ohne ein
böse Seite im Menschen existierte, schrieb Goethe über einen Helden, der zugegeben auch
über Derbheiten im Umgang verfügte (man bedenke das berühmte Zitat, welches er von
den Zinnen seiner Burg posaunte) aber doch ein von Grund auf guter und ehrbarer Mensch
war. Doch nun zu der Handlung des Dramas. Über den Verlust seiner rechten Hand und
seiner Prothese lässt sich Goethe nicht recht aus, doch Kampfeswillen lässt Goethe nicht
vermissen. Er steht im Streit mit dem Bischof und sein alter Freund Weislingen hat sich zu
seinem Gram auf die Seite des einflussreichen Klerikers gestellt. Bei deinem der
Beutezüge von Götz von Berlichingen, der übrigens mit Vorliebe Kaufleute überfiel und
was ihm Goethe nicht ankreidete, gerät nun Weislingen in die Fänge von ihm. Nach
reichlichem Mahl und ehrbarer Überzeugungskraft über die Bösartigkeit des Bischofs
scheint sich Weislingen wieder auf die Seite von Götz zu schlagen und er wird sogleich
der Schwester von Götz von Berlichingen Maria versprochen.
Doch kaum ist der Bündnisgenosse wieder frei kann er der machtsüchtigen Adelheide am
Hofe des Bischofs in Bamberg nicht widerstehen und heiratet diese.
Götz von Berlichingen ist hiervon natürlich tief erschüttert und sein Tagesgeschäft
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lässt ihn unglücklicherweise gerade die Kaufleute bestehlen, die bald darauf vom Kaiser auf seinem
Ritt gegen die Türken, die die Grundfesten des Reiches erschüttern, begegnen. Dieser ist
von den Aktivitäten des Ritters nicht sehr erfreut und verbannt ihn tatenlos auf seine
Burg. Doch der folgende Prozess gegen Berlichingen, in dem von ihm eine
Einverständniserklärung erpresst werden soll, in dem er zugibt sich gegen den König
aufgelehnt zu haben, wird er von seinen Kämpfern aus den Fängen der Intriganten
befreit. Wieder auf seiner Burg hört er von den Baueraufständen die im ganzen Land um
sich greifen. Die Bauern, die die Standesgenossen von Berlichingen in allen
Himmelsrichtungen massakrierten, wählten ihn, ob seines Rufes als gerechter und starker
Mann, als Anführer. Als oberster Anführer der nach Freiheit strebenden Bauern starb er
nach Beendigung der Aufstände in den Armen seiner treuen Frau.
Götz von Berlichingen wird von Goethe zu einem Helden gemacht. Als Kämpfer für Freiheit
für sich und die Bauern, als kaisertreuer Deutscher und als liebender Mann und Vater
bleibt an ihm nur der Makel der Derbheit, die in ihm dadurch nicht weit von den Helden der
Antike entrücken lässt.
Konstantin Ritter
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